Fussschutz

Um Fußverletzungen durch Stoßen oder Einklemmen, umfallende, herabfallende oder abrollende Gegenstände, durch scharfkantige oder spitze Gegenstände oder heiße Stoffe, heiße oder ätzende Flüssigkeiten zu vermeiden, muss Fußschutz getragen werden. Alle Sicherheitsschuhe sind mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen erhältlich z.B. mit speziellen Sohlen. Aus hygienischen Gründen sollten Gummi- oder Kunststoffstiefel nur in den Arbeitsbereichen getragen werden, in denen Nässe oder ätzende Flüssigkeiten dies erfordern.

 

 

Einteilung nach Europa-Norm

  • EN 345 / EN ISO 20345 Sicherheitsschuhe (S-Safety) mit Zehenkappen für hohe
    Belastungen (Prüfenergie 200 Joule/Druckkraft 15 kN) DIN
  • EN 346 / EN ISO 20346 Schutzschuhe (P-Protective) mit Zehenkappen für mittlere Belastungen (Prüfenergie 100 Joule/Druckkraft 10 kN) DIN
  • DIN EN 347 / EN ISO 20347 Berufsschuhe (O-Occupational) besitzen keine Zehenkappe. Sie müssen mindestens einen schützenden Bestandteil haben.

 

XP®-Zwischensohle, profilierte Laufsohle

Kennzeichnung erfüllte Anforderungen
EN 345 / EN ISO 20345 EN 346 / EN ISO 20346 EN 347 / EN ISO 20347
S1 P1 O1 Stahlkappe, geschlossener Fersenbereich, Antistatik, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich
Voll- oder Spaltleder (o.a. Material) – kein Nässeeinsatz
S1P wie S1, zusätzlich Stahlzwischensohle bzw. XP®-Zwischensohle
S2 P2 O2 wie S1/P1/O1, Nässeeinsatz, zusätzliche Beständigkeit gegen Eindringen & Aufnahme von Wasser (1h)
S3 P3 O3 wie S2/P2/O2, zusätzlich Stahlzwischensohle bzw.
S4 P4 O4 wie S2/P2/O2, jedoch aus Gummi oder Kunststoff, vollständig geformt und vulkanisiert, 100% wasserdicht
S5 P5 O5 wie S3/P3/O3, jedoch aus Gummi oder Kunststoff, vollständig geformt und vulkanisiert, 100% wasserdicht
EN 344 / EN ISO 20344 > SB alle Grundanforderungen werden erfüllt
(Stahlkappe, Grundanforderungen (Safety Basic = Basisschuh) offener Fersenbereich – kein Nässeeinsatz
EN ISO 17249 Sicherheitsschuhe mit Schutz gegen Kettensägenschnitte
EN ISO 12568:2010 Neue Norm für durchtrittsichere Einlagen

 

  • SRA Rutschhemmung geprüft auf Keramikfliese / Reinigungsmittel
  • SRB Rutschhemmung geprüft auf Stahlboden / Glycerin
  • SRC Rutschhemmung geprüft auf Keramikfliese / Reinigungsmittel und Stahlboden / Glycerin

 

Sohlenmaterialen

Die verschiedenen Sicherheitsschuhe haben auch unterschiedliche Sohlen. Doch welches Material ist für welchen Arbeitsplatz am besten geeignet und welche Vorteile haben die verschiedenen Sohlen? Wegen dieser Fragen ist die Auswahl zwischen PU, TPU oder Gummisohlen nicht ganz einfach. Mit diesem Überblick erklären wir die wichtigsten Unterschiede.

Polyurethan (PU)

Polyurethan ist ein aufgeschäumter Kunststoff. Das Besondere sind die Polymere, die sich mittels Schaumstoffverbindung zu einer mikroporösen Struktur entwickeln. Die Schaumstoffbildung ist bei diesen Sohlen wichtig, da so leichte Sohlen mit flexiblen Formen geschaffen werden können.
Daher haben PU Sohlen auch ein geringeres Gewicht und ein sehr komfortables Dämpfungsverhalten – welches für die Gelenke besonders schonend ist. Das ist wichtig, denn in Sicherheitsschuhen verbringt man meist an einem Arbeitstag nicht weniger als 8 Stunden.

Eine Polyurethan Sohle zeichnet sich außerdem durch eine hohe Festigkeit gegenüber Flüssigkeiten wie Benzin oder Chemikalienaus. Beim Tragen entsteht auf empfindlichen Böden kein sichtbarer Abrieb – solche Sohlen nennt man „nicht kreidend“. PU-Sohlen sind zudem die eher etwas preisgünstiger Variante.

Als Nachteil wird jedoch auch oftmals eine geringere Abriebfestigkeit im Gegensatz zu Gummisohlen genannt. Ebenfalls wird oft beschrieben, dass die Reinigung schwieriger ist, da das mikroporöse Gewebe der Sohle leichter Schmutz aufnimmt und dieser bei Nässe leichter eindringen kann.

POLYURETHAN (TPU)

TPU ist ein thermoplastischer Kunststoff, also ein Kunststoff, der sich in einem bestimmten Temperaturbereich verformen lässt. Dieser Kunststoff vereinigt die Eigenschaften von Kunststoffen und Gummi (Natur- oder Synthesekautschuk) miteinander. TPU benötigt keine Weichmacher.

Eine Sohle aus thermoplastischem Urethan versichert auch bei nassen Bedingungen einen festen und sicheren Stand, hat also eine sehr gute Nass-Rutschhemmung. Auch diese Sohlen weisen ein geringes Gewicht auf und haben keinen sichtbaren Abrieb, sind also ebenfalls nicht kreidend. Außerdem weist TPU eine sehr hohe Knick- und Reißfestigkeit auf und ist Witterungsbeständig. Es bleicht in der Sonne nicht aus und seine Eigenschaften bleiben auch bei sehr tiefen Temperaturen erhalten.

Obwohl man bei Kunststoff immer an Umweltbelastung denkt, bildet TPU eine lobenswerte Ausnahme. Dieser Kunststoff lässt sich recyceln, verrottet auch innerhalb von 2 Jahren im Boden und belastet keine Umwelt. Sohlen die zudem als zweite Komponente einen Natur-Kautschuk enthalten, sind besonders weich und flexibel.

GUMMI (NITRIL)

Gummi- oder Nitrilsohlen eignen sich  bei Arbeiten mit sehr hohen Temperaturen und bei häufigem Kontakt mich chemischen Substanzen. Solche Sohlen sind äußerst widerstandsfähig und versprechen ausreichend Schutz.

Die Rutschhemmung ist besonders gut und außerdem ist die Sohle mechanisch und thermisch stark belastbar. Eine Laufsohle mit zusätzlicher HRO-Kennzeichnung ist bis 300° Kontaktwärme hitzebeständig.

Bei dicken Gummisohlen mit viel Profil besteht allerdings der Nachteil, dass sie schwerer sind als andere Sohlen. Beim Tragen lassen sie die Füße eventuell schneller schwer werden.

 

Verhindern Sie Fußverletzungen durch die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und einem umsichtigen Handeln.

 

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Fußschutz Informationen

 

Alle Angaben ohne Gewähr.